* 5.9.1976. Sergej Solov’ёv kommt aus Vologda.
Im Frühjahr und Sommer 2022 äußerte er sich in Kommentaren im sozialen Netzwerk VKontakte kritisch zum russischen Krieg gegen die Ukraine. Im Oktober 2022 wurde er wegen einer dieser Kommentare zu einer Geldstrafe verurteilt. Darin schrieb er: „Russland hat bereits verloren. Das war schon am 25. Februar klar. Ruhm der Ukraine. Schande über die russische Führung.“
Im Januar 2024 wurde ein Strafverfahren gegen ihn wegen wiederholter „Diskreditierung“ der Armee eingeleitet. Ihm wurde vorgeworfen, erneut kritische Kommentare veröffentlicht zu haben, in denen er russischen Soldaten vorwarf, aus eigenem Antrieb zu Besatzern geworden zu sein und in der Ukraine Verbrechen zu begehen.
Im November 2024 wurde Sergej Solov’ёv wegen wiederholter öffentlicher Handlungen, die darauf abzielen, die Streitkräfte der Russländischen Föderation zu diskreditieren, zu zwei Jahren in einer offenen Strafkolonie verurteilt. Zudem erhielt er ein zweijähriges Verbot, nach seiner Entlassung über die russischen Streitkräfte zu schreiben. In der Berufung wurde die Strafe im Februar 2025 in zwei Jahre Zwangsarbeit umgewandelt.
Laut dem Menschenrechtszentrum Memorial wurde der Artikel zur wiederholten „Diskreditierung“ der Armee nach Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine eingeführt, um kritische Stimmen zu unterdrücken. Er verbiete faktisch jede Kritik an Krieg und Regierung, verletze das Recht auf Meinungsfreiheit und widerspreche dem rechtsstaatlichen Grundsatz, dass niemand zweimal für dasselbe Vergehen bestraft werden dürfe. Der Angeklagte verurteilte die russische Aggression gegen die Ukraine und forderte den Abzug der Truppen. Dabei beteiligte er sich lediglich an Online-Diskussionen und versuchte, seine Gesprächspartner zu überzeugen. Eine solche Haltung sei gesellschaftlich wertvoll und dürfe weder administrativ noch strafrechtlich verfolgt werden.
Weitere Schreibweise des Namens: Сергей Соловьёв (RU)