* 4.11.2003. Dmitrij Levin stammt aus Horlivka, einer Stadt im Gebiet Donec'k. Er zog 2014 im Alter von zehn Jahren mit seinen Eltern nach Novorossyjsk und erhielt die russische Staatsbürgerschaft. Nach Beginn des russländischen Großangriffs auf die Ukraine äußerte er sich wiederholt öffentlich gegen den Krieg und verweigerte unter anderem die Teilnahme an Unterrichtseinheiten zu den „Gründen der militärischen Spezialoperation“ an seiner Fachhochschule.
Im April 2024 nahmen ihn Sicherheitskräfte fest, als er Aufkleber anbrachte. Zunächst verhängten die Behörden 15 Tage Arrest wegen angeblichen Ungehorsams gegenüber der Polizei, danach leiteten sie ein Strafverfahren ein. Nach einer Hausdurchsuchung brachten sie ihn in Untersuchungshaft. Die Ermittlungsbehörden werfen ihm Hochverrat sowie die Beteiligung an der Tätigkeit einer terroristischen Organisation vor. Dem Urteil zufolge soll er dem ukrainischen Geheimdienst und dem „Russische Freiwilligenkorps“ (RDK) Informationen über Anzahl und Standort militärischer Schiffe in der Zemes-Bucht von Novorossyjsk sowie über militärische Objekte in der Stadt übermittelt haben. Das „Russische Freiwilligenkorps“ ist eine bewaffnete Formation russischer Staatsbürger, die auf Seiten der Ukraine kämpft und sich selbst als Teil des Widerstands gegen die russländische Invasion versteht. Sie ist in Russland als terroristisch eingestuft.
Im März 2025 wurde Dmitrij Levin zu 15 Jahren Haft verurteilt. Die ersten drei Jahre soll er im Gefängnis verbüßen, den restlichen Teil in einer Strafkolonie unter verschärften Bedingungen.
Nach Einschätzung des Menschenrechtszentrums Memorial sprechen gewichtige Gründe dafür, dass Levin Opfer einer Provokation durch russländische Sicherheitsdienste wurde und seine angeblichen Kontakte zur „ukrainischen Aufklärung“ und zum RDK tatsächlich Korrespondenz mit FSB-Mitarbeitenden oder deren Agenten waren. Memorial verweist dabei auf den Verlauf der Kommunikation und die Absurdität der erteilten Aufgaben.
Zudem wird die Einstufung des Korps als terroristische Organisation für unrechtmäßig gehalten. Die Einheit ist Teil der ukrainischen Streitkräfte und nimmt als solche an den Kampfhandlungen teil. Selbst das Urteil stellt fest, dass es sich um eine bewaffnete Formation innerhalb der ukrainischen Armee handelt. Vor diesem Hintergrund ist der Vorwurf der Beteiligung an einer terroristischen Organisation Memorial zufolge nicht haltbar.
Weitere Schreibweise des Namens: Дмитрий Левин (RU)