* 21.11.2004. Michail Lazakovič lebte in Tver und studierte am dortigen Finanz- und Wirtschaftskolleg.
Die Ermittlungsbehörden werfen ihm vor, im Mai 2023 das örtliche Wehramt in Lichoslavlʹ in Brand gesetzt zu haben. Ein im Gebäude diensthabender Polizist löschte den Brand weitgehend. Zunächst leiteten die Behörden ein Verfahren wegen versuchter Sachbeschädigung ein, stuften die Anklage jedoch kurz darauf als Terrorismus hoch und nahmen Lazakovič in Haft. Bei einer Durchsuchung wurde ein Behälter mit einem menschlichen Schädel gefunden. Die Ermittler gaben an, er habe das Grab einer unbekannten Frau geöffnet, vermutlich mit dem Plan, aus dem Schädel einen Becher herzustellen.
Im April 2024 wurde er wegen Terrorismus zu elf Jahren Haft und wegen Störung der Totenruhe zu einer Geldstrafe von 40.000 Rubel verurteilt.
Im August 2024 reduzierte das Berufungsgericht die Freiheitsstrafe auf neuneinhalb Jahre, davon drei Jahre im Gefängnis und den restlichen Teil in einer Strafkolonie unter verschärften Bedingungen. Die Geldstrafe wurde auf 20.000 Rubel gesenkt.
Nach Einschätzung des Menschenrechtszentrums Memorial wurde der Brandanschlag zu Unrecht als Terrorismus eingestuft. Es ist nicht belegt, dass Lazakovič die Bevölkerung einschüchtern wollte. Dieses Motiv gilt jedoch als zwingendes Merkmal eines terroristischen Straftatbestands. Die Handlungen, die zur Anklage wegen Störung der Totenruhe führten, bewertet Memorial als unmoralisch und unzulässig und stellt die Rechtmäßigkeit der hierfür verhängten Geldstrafe nicht infrage.
Weitere Schreibweise des Namens: Михаил Лазакович (RU)