* 10.4.1997. Sergej Železnjakov ist IT-Spezialist aus Kaliningrad. 2021 trat er zum Islam über.
Im Mai 2023 wurde er festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, sich an der internationalen terroristischen Organisation „Haiʾat Tahrir asch-Scham“ beteiligt und über einen Telegram-Kanal Terrorismus propagiert zu haben. Grundlage der Anklage bilden Chatverläufe mit einem mutmaßlichen Organisationsmitglied über zwei Mobiltelefone, die Aussage eines geheim gehaltenen Zeugen sowie Gutachten von Sachverständigen. Železnjakov bestreitet die Vorwürfe. Er erklärt, er habe ein Angebot zur Einrichtung eines religiösen Internetprojekts abgelehnt, ein zweites Telefon sei ihm untergeschoben worden und Teile der Korrespondenz seien gefälscht. Zudem habe er nicht gewusst, dass die Organisation seines Gesprächspartners als terroristisch eingestuft sei.
Im April 2025 wurde er wegen Beteiligung an einer terroristischen Organisation sowie wegen öffentlicher Aufrufe zum Terrorismus zu zwölf Jahren Haft verurteilt.
Nach Einschätzung des Menschenrechtszentrums Memorial stützt sich das Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden auf zweifelhafte Beweise. Železnjakovs Angaben zu Folter und Druck durch Sicherheitskräfte seien nicht untersucht worden. Eine zentrale Rolle hätten die Aussagen eines geheim gehaltenen Zeugen sowie umstrittene Gutachten gespielt, während Widersprüche in Verbindungsdaten, SIM-Aktivierungen und Nutzungszeiten der angeblich verwendeten Telefone vom Gericht unberücksichtigt geblieben seien. Zudem wird das Strafmaß als unverhältnismäßig bewertet, da sich die Vorwürfe auf die Einrichtung eines Telegram-Kanals und eine einzelne Veröffentlichung ohne Gewaltaufrufe beschränken.
Weitere Schreibweise des Namens: Сергей Железняков (RU)