* 13.12.1982. Andrej Serëženko ist ukrainischer Staatsbürger. Er kommt aus der Region Cherson und arbeitete als Elektromechaniker.
Im Juni 2022 entführten ihn russische Sicherheitskräfte aus Hola Prystanʹ in der teilweise von Russland besetzten Region Cherson. Zunächst hielten sie ihn auf dem Gelände „Steklotara“ fest – einem der bekanntesten Orte für Folter und Inhaftierung im besetzten Cherson. Später brachten sie ihn an einen unbekannten Ort. Eineinhalb Jahre lang wussten Serëženkos Angehörige nichts über seinen Verbleib oder seinen Zustand. Erst im Februar 2024 wurde ihm offiziell der Vorwurf der Beihilfe zu einem Akt des internationalen Terrorismus sowie des Besitzes und Transports eines Sprengsatzes vorgelegt. Laut Angaben des russischen Inlandgeheimdienstes war Serëženko an einem Anschlag auf einen von den russischen Besatzungsbehörden eingesetzten Funktionär beteiligt, indem er den Attentäter mit seinem Auto zum Tatort brachte und abholte.
Im Mai 2025 wurde Serëženko zu 17 Jahren Haft unter verschärften Bedingungen verurteilt.
Nach Einschätzung des Menschenrechtszentrums Memorial basiert das Verfahren ausschließlich auf Geständnissen, die der Angeklagte unter Folter und Drohungen abgelegt und später teilweise widerrufen hat. Die rechtliche Einordnung der Vorwürfe ist fragwürdig. Zudem widerspricht die Anwendung russischen Rechts auf besetztem ukrainischem Gebiet dem internationalen Recht.
Gemeinsam mit Serëženko wurde ein weiterer Mann, Oleg Pron’ko, entführt. Er sollte in demselben Verfahren angeklagt werden, starb jedoch unter ungeklärten Umständen während der Ermittlungen.
Weitere Schreibweise des Namens: Андрей Серёженко (RU)