* 7.12.1971. Der Priestermönch Nikandr (Evgenij Pinčuk) gehört der Russisch-Orthodoxen Auslandskirche an. Er stammt aus Verchoturʹe, einer Kleinstadt in der Region Sverdlovsk.
Im Oktober 2025 wurde er wegen des Vorwurfs der öffentlichen Rechtfertigung von Terrorismus in Untersuchungshaft genommen. Auslöser war ein Kommentar in einem nationalistischen Telegram-Kanal, in dem er den Gründer des Russischen Freiwilligenkorps (RDK), Denis Kapustin, als „Schönling“ bezeichnete und ihm „Respekt“ ausdrückte. Das Gericht wertete dies als Rechtfertigung der „terroristischen Tätigkeit“ des Korps.
Bereits im März 2022 wurde er wegen angeblicher „Diskreditierung“ der russländischen Armee mit einer Geldstrafe belegt. Wenige Monate später folgte eine strafrechtliche Anklage wegen wiederholter „Diskreditierung“, nachdem er die russischen Truppen als „Besatzer“ bezeichnete und die „Verletzung göttlicher Gebote“ durch die Armee thematisierte. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 100.000 Rubel (rund 1.100 €).
Im März 2026 wurde er zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Menschenrechtsorganisation Memorial geht davon aus, dass dies nicht das letzte Verfahren gegen ihn gewesen sei.
Seit Beginn des Angriffskrieges wurden Dutzende christliche Geistliche wegen ihrer antikriegerischen Haltung von russländischen Behörden und Gerichten verfolgt. Nikandr selbst erklärte gegenüber Journalist:innen: „Die Ukraine ist in diesem Konflikt die leidtragende Seite, die das moralische Recht hat, ihr Territorium zu verteidigen.“
Weitere Schreibweise des Namens: Евгений Пинчук (RU)