* 17.2.1969. Gennadij Os’mak ist ein ukrainischer Journalist aus Heničesʹk. Er war Chefredakteur des inzwischen eingestellten lokalen Online-Mediums „Novyj Vizit“. Nach Beginn der russländischen Besetzung seiner Stadt im Februar 2022 verweigerte er jede Zusammenarbeit mit den Besatzungsbehörden und stellte seine journalistische Tätigkeit ein.
Im März 2024 wurde er Medienberichten zufolge nach einer Denunziation festgenommen. Ihm wird eine frühere Mitgliedschaft im krimtatarischen, pro-ukrainischen Bataillon „Noman Çelebicihan“ vorgeworfen. Nach Darstellung der Ermittlungsbehörden soll er mit Informationen und Lebensmitteln unterstützt haben.
Im August 2024 verurteilte ein von Russland eingesetztes Gericht in der Region Cherson Gennadij Os’mak wegen Beteiligung an einem illegalen bewaffneten Verband zu drei Jahren und zwei Monaten Haft in einer Strafkolonie unter verschärften Bedingungen.
Nach Einschätzung des Menschenrechtszentrums Memorial ist das Strafverfahren unbegründet. Os’maks journalistische Arbeit und seine Berichterstattung über lokale Ereignisse, darunter die zivile Blockade der Krim, stellen keine Unterstützung eines bewaffneten Verbandes dar. Memorial weist zudem darauf hin, dass das Verfahren vor von Russland eingesetzten Gerichten auf besetztem ukrainischem Gebiet unter Anwendung russischen Strafrechts geführt wurde und damit gegen russisches und internationales Recht verstößt.
Weitere Schreibweise des Namens: Геннадий Осьмак (RU)