* 11.2.1975. Oksana Bagirova kommt aus Uchta in der Republik Komi. Sie arbeitete als Friseurin und engagierte sich politisch.
Im Jahr 2025 kandidierte sie für den Staatsrat der Republik Komi für die Kommunistische Partei der Russischen Föderation und erreichte im Wahlkreis den zweiten Platz. Wenige Tage nach der Wahl wurde sie in Untersuchungshaft genommen. Ihr wird vorgeworfen, öffentlich zu Terrorismus aufgerufen und ihn gerechtfertigt zu haben. Die Anklage stützt sich auf zwei Kommentare, die sie im Messengerdienst Telegram geschrieben hat. In einem geteilten Beitrag, zitierte sie einen fremden Text, in dem unter anderem gefordert wurde, Verteidigungsminister Šojgu zu hängen und die politische Führung auszutauschen. Die Ermittler werteten dies als Aufruf zum Mord eines Amtsträgers. In einem weiteren Kommentar zu einer Nachricht über die ukrainische Operation „Pautina“ („Spinnennetz“) schrieb sie: „Episch! Als Russin bin ich begeistert! Ruhm der Ukraine.“ Die Ermittlungsbehörden sehen darin eine Rechtfertigung von Terrorismus.
Im März 2026 wurde sie zu sechs Jahren Haft unter verschärften Bedingungen verurteilt.
Vor Gericht bestritt Bagirova die Vorwürfe. Sie erklärte, sie habe lediglich ihre Gefühle geäußert, und bezeichnete das Verfahren als absurd. Sie fügte hinzu, der Krieg werde zu Unrecht als „Sonderoperation“ bezeichnet, und äußerte den Wunsch, dass die Soldaten zurückkehren. Bereits im Jahr 2022 wurde sie wegen ihrer kritischen Haltung zu Russlands Angriffskrieg in einem Verwaltungsverfahren verfolgt.
Nach Einschätzung des Menschenrechtszentrums Memorial sind die Äußerungen der Angeklagten als rhetorische Zuspitzung zu verstehen und stellten keine Gefahr für die Gesellschaft dar. Memorial sieht keinen Straftatbestand vorliegen und bewertet die Verfolgung als Reaktion auf Bagirovas politische Aktivität und ihre ablehnende Haltung zum Krieg.
Weitere Schreibweise des Namens: Оксана Багирова (RU)