* 28.12.1985. Sergej Čunosov arbeitete als Fahrer in der Region Amur.
Im Juli 2023 wurde er am Flughafen Ignatʹevo festgenommen. Sicherheitskräfte legten ihm eine Tasche über den Kopf, während er in den Bus zum Flugzeug stieg. Zunächst wurde er nach einer administrativen Vorschrift wegen Ungehorsams gegenüber FSB-Mitarbeitenden festgehalten, später leitete die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren ein. Ihm wird vorgeworfen, sich dem „Russischen Freiwilligenkorps“ anschließen zu wollen. Bei der Festnahme zwangen die Sicherheitskräfte ihn, vor der Kamera zu sagen, dass er geplant habe, mit bewaffneten Mitteln gegen die russische Regierung zu kämpfen.
Im Juni 2024 wurde er wegen Hochverrats zu sechs Jahren Haft unter verschärften Bedingungen verurteilt.
Das Menschenrechtszentrum Memorial weist darauf hin, dass unklar ist, ob der Angeklagte tatsächlich vorhatte, Formationen der ukrainischen Streitkräfte beizutreten, und dass selbst in diesem Fall keine strafrechtliche Verfolgung gerechtfertigt wäre. Ähnlichkeiten mit anderen Fällen deuten zudem auf eine mögliche Provokation hin: Sicherheitskräfte könnten über das Internet unter dem Vorwand, Mitglieder der Legion „Freiheit Russlands“ oder des „Russischen Freiwilligenkorps“ zu sein, gezielt Personen zu Handlungen oder Aussagen verleitet haben, um sie strafrechtlich zu belangen.
Weitere Schreibweise des Namens: Сергей Чуносов (RU)