* 24.12.1989. Vadim Selin arbeitete als Kellner und Lagerarbeiter in Balachna.
Sicherheitskräfte nahmen ihn im Juli 2024 im Zusammenhang mit einem Verfahren wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation fest und durchsuchten noch am selben Tag seine Wohnung. Seine Telefone und Speicherkarten wurden beschlagnahmt, und er wurde gezwungen Einsicht in seine sozialen Medien zu gewähren. Die Ermittler behaupten, er habe mit der „Legion Freiheit Russlands“ kommuniziert und auf Anweisung Geld versteckt. Bereits vor der Durchsuchung lagen den Ermittlern jedoch detaillierte Informationen über die Korrespondenz vor, und das Versteck war im Voraus mit einer Kamera ausgestattet. Später wurden ihm zudem Kommentare in sozialen Medien zur Last gelegt, in denen er angeblich „Falschinformationen“ über die russländische Armee verbreitet und Terrorismus gerechtfertigt haben soll.
Im August 2025 wurde er wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung, öffentlicher Rechtfertigung von Terrorismus und wegen bewusster öffentlicher Verbreitung von Falschmeldungen über den Einsatz der Streitkräfte der Russländischen Föderation und die Tätigkeit der staatlichen Behörden zu 18 Jahren Haft verurteilt. Die ersten vier Jahre hat er in einem Gefängnis zu verbüßen, den Rest der Haftstrafe in einem Straflager unter verschärften Bedingungen.
Auf einem vom Geheimdienst veröffentlichten Video gibt Selin auf Knien stehend und mit Handschellen an den Händen ein "Geständnis" ab. Vor Gericht berichtete er von Folter und dass er zu den belastenden Aussagen gezwungen wurde. Der zugrunde liegende Artikel, der jede Kritik am russländischen Militär kriminalisiert, widerspricht dem Recht auf freie Meinungsäußerung und wird von Beobachtern als verfassungswidrig angesehen.
Weitere Schreibweise des Namens: Вадим Селин (RU)