* 1.9.2005. Vladislav Timofeev lebte in Pskov. Er studierte an einer technischen Fachhochschule und arbeitete in einer Nähfabrik.
Im April 2025 durchsuchten Ermittler seine Wohnung und beschlagnahmten elektronische Geräte. Im Juni 2025 belegte ihn ein Gericht mit einer Geldstrafe wegen Kommentaren im Internet, die die Behörden als beleidigend gegenüber Kriegsbefürwortern und regierungsnahen Freiwilligen einstuften. Einen Monat später wurde ein Strafverfahren wegen öffentlicher Rechtfertigung von Terrorismus gegen ihn eingeleitet. Timofeev wurde unter Hausarrest gestellt. Grundlage der Anklage waren mehrere Kommentare im Messengerdienst Telegram zum Russischen Freiwilligenkorps (RDK) und zu „Azov“. Die ukrainische Frontbrigade „Azov” wurde 2022 vom Obersten Gerichtshof der Russischen Föderation zu einer terroristischen Organisation erklärt. Das RDK ist eine bewaffnete Formation russischer Staatsbürger, die auf Seiten der Ukraine kämpft und sich selbst als Teil des Widerstands gegen die russländische Invasion versteht.
Im August 2025 wurde er zu zweieinhalb Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt.
Nach Einschätzung des Menschenrechtszentrums Memorial beziehen sich die Äußerungen des Angeklagten auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine und die Beteiligung einzelner ukrainischer Einheiten. Sie enthalten weder eine Rechtfertigung terroristischer Handlungen noch Aufrufe zu Gewalt. Laut Memorial stützt sich die Anklage ausschließlich darauf, dass diese Einheiten in Russland als terroristisch eingestuft sind. Diese Entscheidungen wurden jedoch nicht veröffentlicht und widersprechen dem internationalen Recht, demzufolge Handlungen regulärer Streitkräfte im bewaffneten Konflikt nicht als Terrorismus gelten können. Auch der geschlossene Prozess und der formale Charakter des Verfahrens deuteten auf eine politisch motivierte Verfolgung hin.
Weitere Schreibweise des Namens: Владислав Тимофеев (RU)