* 18.5.1986. Ovsep Nazluchanjan ist ukrainischer Staatsbürger und lebt in Luhansʹk. Er arbeitete dort auch nach der Ausrufung der sogenannten „LNR“ (der "Luhansker Volksrepublik") im Jahr 2014 weiter und äußerte proukrainische Ansichten.
Zwischen 2016 und 2017 leitete er eine Arbeiterbrigade und war Subunternehmer eines kommerziellen Unternehmens. Nach einem Streit über ausstehende Zahlungen wandte er sich an die lokalen Behörden, die ihn als Geschädigten in einem Strafverfahren anerkannten. Später kontaktierte er ukrainische Behörden, unter anderem weil sich der Eigentümer des Unternehmens auf von der Ukraine kontrolliertem Gebiet befand. Die Ermittler werfen ihm vor, dabei Informationen an den ukrainischen Geheimdienst weitergegeben zu haben. Dazu zählen Angaben über das Unternehmen, mit dem er im Konflikt stand, einschließlich behördlicher Antworten der „Generalstaatsanwaltschaft der LNR“, sowie Informationen über die Söhne des Leiters der „Luhansker Verwaltung“. Außerdem wird ihm vorgeworfen, einem ehemaligen Mitarbeiter der „Generalstaatsanwaltschaft der LNR“ vorgeschlagen zu haben, an dem Programm des ukrainischen Geheimdienstes „Dich erwartet man zu Hause“ teilzunehmen.
Im August 2021 verurteilte ein „Gericht“ der „LNR“ Nazluchanjan wegen Hochverrats zu 13 Jahren Haft.
Nach Einschätzung des Menschenrechtszentrums Memorial sind sowohl die Strafverfolgung nach den Gesetzen der „LNR“ als auch das Urteil eines „Gerichts“ dieses nicht anerkannten Gebildes grundsätzlich illegitim. Zudem betont Memorial, dass kaum Anhaltspunkte vorliegen, die den Vorwurf des Hochverrats gegen Nazluchanjan stützen.
Weitere Schreibweise des Namens: Овсеп Назлуханян (RU)