* 14.5.1988. Vladimir Malina arbeitete als Barkeeper.
Im Juni 2023 wurde er am Bahnhof Barybino bei Moskau festgenommen. Bei ihm sollen eine Brandsatzmischung und ein Brecheisen gefunden worden sein. Nach Darstellung der Ermittlungsbehörden soll er über Telegram Kontakt zu einem Mitglied der „Legion Freiheit Russlands“ gehabt und auf dessen Anweisungen hin versucht haben, Relaiskästen an der Eisenbahn in Brand zu setzen. Außerdem wird ihm vorgeworfen, die Brandstiftung eines Polizeigebäudes mit einem Feuerwerkskörper vorbereitet zu haben.
Im Mai 2024 wurde er unter anderem wegen Sabotage, Vorbereitung eines Terroranschlags, Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung, „Ausbildung“ zu terroristischen und sabotagebezogenen Handlungen sowie wegen Hochverrats zu 25 Jahren Haft verurteilt. Die ersten fünf Jahre soll er in einem Gefängnis verbringen, die restlichen 20 Jahre in einer Strafkolonie unter verschärften Bedingungen.
Das Menschenrechtszentrum Memorial hält die Anklage für nicht haltbar. Das Urteil stütze sich maßgeblich auf unter Folter erzwungene Geständnisse. So berichtete Malina, dass er bei seiner ersten Vernehmung von Mitarbeitern des Inlandsgeheimdienstes geschlagen und mit der Einberufung zum Kriegsdienst sowie der Fälschung von Beweisen bedroht worden sei, um ein Geständnis und Zugang zu seinem Telefon zu erzwingen. Ärzte in der Untersuchungshaftanstalt dokumentierten Folterspuren, dennoch weigerten sich die Ermittlungsbehörden, ein Verfahren wegen Folter einzuleiten. Zudem seien weder ein terroristischer Vorsatz noch die rechtlichen Tatbestandsmerkmale von Terrorismus, Sabotage oder Hochverrat hinreichend belegt. Memorial weist außerdem darauf hin, dass das Gericht die antikriegsbezogene Haltung des Angeklagten als strafverschärfendes Motiv heranzog und sieht darin ein deutliches Indiz für den politischen Charakter der Verfolgung.
Weitere Schreibweise des Namens: Владимир Малина (RU)